Antibiotikaeinsatz weiter reduzieren

Der Einsatz von Antibiotika (AB) in der Nutztierhaltung soll weiter gesenkt werden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements QS wurde bereits vor einigen Jahren ein Antibiotika-Monotoring eingerichtet. Hierbei soll der Antiobiotikaeinsatz verringert werden, um eine signifikante Reduzierung antibiotikaresistenter Keime zu erreichen. Die unreflektierte Anwendung von AB in den letzten Jahrzehnten durch den Menschen, aber eben auch in der Nutztierhaltung, hat die Entstehung von antibiotika-resistenten Bakterien befördert. Zwischen 2014 und 2018 sank die im QS-System erfasste Abgabe von Antibiotika um 35,7 % (Quelle Top Agrar). Um auch in Zukunft noch ausreichende therapeutische Mittel für kranke Menschen und Tiere zur Verfügung zu haben, muss die Bildung von resistenten Bakterien soweit wie möglich verhindert werden.

Was macht die Tiere krank – warum brauchen wir AB?

Grundsätzlich ist zu fragen: was macht die Tiere eigentlich krank? Bei Erkrankungen, die mittels AB behandelt werden können, sind in der Regel Bakterien die Auslöser. Nur unter bestimmten Bedingungen wird aus dem Kontakt mit den Bakterien auch wirklich eine Infektion, die dann mit AB  behandelt werden muss. Ist das Immunsystem geschwächt, gewinnen die Erreger die Oberhand und die Infektion macht das Tier krank und Symptome  wie Fieber, Durchfall, usw. treten auf. Es gilt also das Immunsystem fit zu halten und die körpereigenen Barrieren zu stärken.


Sensible Phasen im Schweineleben

Es gibt im Leben eines Schweins einige sensible Phasen, in denen das Immunsystem herausgefordert wird. Die erste Bewährungsprobe ist die  Absetzphase, in der das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Hier entsteht eine Immunitätslücke, da die passive Immunisierung durch die Sauenmilch in diesem Alter nur noch schwach ist, aber die eigenen Abwehrmechanismen noch nicht voll entwickelt sind. Hinzu kommt der Absetzstress, der die Abwehr weiter schwächt. Da haben E. coli & Co dann leichtes Spiel. Auch die Aufzucht, die Masteinstellphase oder die Laktation sind sensible Phasen, in denen die Tiere durch Futterwechsel, Stallwechsel oder die Geburt gestresst sind und die Immunabwehr herabgesetzt ist. Weitere Stressfaktoren sind z.B. Wetterumschwünge, Virusinfektionen und Managementfehler. Es wird klar, dass das Immunsystem von vielen Faktoren beeinflusst wird und nur im optimalen Zusammenspiel dieser, der volle Immunschutz ausgebildet wird.


Was kann die Fütterung tun?

Um das Immunsystem und die natürlichen Barrierefunktionen des Darms zu unterstützen, muss die Fütterung der Entwicklung des Verdauungstraktes angepasst werden. Nach der Milchphase braucht das Ferkel einen fließenden Übergang hin zu pflanzlichen Futterkomponenten, da die Fähigkeit diese zu verdauen sich erst entwickeln muss. Wird das Ferkel mit großen Mengen schwer verdaulicher Komponenten (z.B. Sojaextraktionsschrot) konfrontiert, bedeutet das Stress für den Darm und das Immunsystem. Bleiben zu viele unverdaute Nährstoffe im Darm zurück, sind sie ein ideales Futter für  pathogene Bakterien.


Mit dem Fütterungskonzept Biomin® NURIline für Ferkel wird eine bedarfsgerechte Versorgung der Ferkel gewährleistet. Ausgewählte Komponenten sind auf die Verdauung junger Ferkel abgestimmt und ermöglichen fließende Übergänge zwischen den Phasen. So wird der Darm optimal vorbereitet und Stress für das Immunsystem minimiert. Auch nach der Aufzuchtphase gewährleisten die Biomin® Mineralfutter mit ausgewählten Biomin® Insides eine bedarfsgerechte Versorgung der Schweine.

                                        


Mit Top3 gegen Bakterien
Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Biomin® Spezialitäten in den zuvor erwähnten Stressphasen, ist die Kombination organischer Säuren und einem phytogenen Zusatz, der die Säurewirkung verstärkt. Durch Biotronic® Top 3 werden Bakterien effektiv reduziert und so Platz im Darm  geschaffen.

Fazit

Fütterungskonzepte, die auf den Bedarf der Tiere optimiert sind, unterstützen die Darmbarriere und die körpereigene Abwehr. In Stressphasen kann darüber hinaus der Einsatz von Biomin® Spezialitäten eine sinnvolle Ergänzung sein, um das Immunsystem zu stärken und dadurch den Einsatz von AB zu reduzieren.