Eutergesundheit – Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit des Milchviehbetriebes!

Was ist für hohe Leistungen und gleichzeitig gesunde Euter wichtig? Wie kann von Seiten der Fütterung auf die Eutergesundheit Einfluss genommen werden? Welche Hygiene-, Vorbeugeund Managementmaßnahmen können getroffen werden? In diesem Artikel finden Sie alle Antworten und gewinnen einen Einblick in das Thema Eutergesundheit. 

Viele Stoffwechselstörungen der Milchkuh werden durch die falsche Versorgung mit Nährstoffen (Energie, Protein, Faser) verursacht. Diese Fütterungsfehler schwächen die körpereigenen Abwehrkräfte und haben einen schlechten Immunstatus zur Folge. Mit einer bedarfs- und leistungsgerechten Fütterung kann ein wesentlicher Beitrag für einen
gesunden Stoffwechsel und damit für ein gesundes Euter geleistet werden. 

Pansenacidose

Große Mengen an leicht fermentierbaren Kohlenhydraten mit einem gleichzeitigen Mangel an strukturwirksamer Rohfaser in der Ration führen zu einer Übersäuerung des Pansens. Einerseits ist der Stärkegehalt in der Gesamtration (<260 g/kg TS) bei hohen Mais- oder Kraftfutteranteilen relevant, andererseits die hohen Zuckergehalte in den diesjährigen Grassilagen (>100 g/kg TS).

Als Folge eines zu geringen pH-Wertes sterben nützliche Pansenbakterien ab und setzen Endotoxine (Giftstoffe) sowie Histamine frei. Diese gelangen ins Blut und werden im Normalfall von der Leber entgiftet. Unter hoher Belastung kann die Leber allerdings nicht die volle Entgiftungsfunktion ausüben. Toxine verbreiten sich somit im ganzen Kreislauf
der Milchkuh und gelangen auch in hochempfindliche Regionen wie Klauen, Fruchtbarkeitsapparat oder auch Euter. Dort können diese Metaboliten zur direkten Schädigung des Gewebes und somit einem Zellzahlanstieg führen.

Ketose

In der Frühlaktation kann der Energiebedarf der Milchkuh praktisch nie vollkommen gedeckt werden, daher kommt es zu einem Abbau von Körperfett um das Defizit auszugleichen. Daraus entstehende Abbauprodukte, sogenannte Ketonkörper, werden über die Leber verstoffwechselt und verstopfen diese. Dadurch wird einerseits der Nährstoffumsatz in der Leber und dadurch auch die Futteraufnahme gesenkt. Andererseits hemmen diese Ketonkörper auch die natürliche Schutzbarriere im Euter und führen zu Zellschädigungen.

EIWEISÜBERVERSORGUNG

Proteolytische (=eiweißabbauende) Pansenbakterien sind in der Lage, verschiedenste Proteinquellen zu Ammoniak abzubauen und danach zu hochwertigem Protein aufzubauen. Dazu wird aber ausreichend Energie benötigt. Herrscht nun ein Energiemangel bei gleichzeitigem Eiweißüberschuss, muss der überschüssige Ammoniak über die Leber zu Harnstoff entgiftet werden. Dieser wird im Normalfall auch über die Milch ausgeschieden und kann durch seine reizende Wirkung wiederum die Schleimhäute der Milchdrüsen schädigen. Harnstoffgehalte von über 25 mg / 100 ml Milch sind zu vermeiden. Folglich ist eine effiziente Proteinversorgung immer mit einem ausreichenden Energiegehalt in der Ration gekoppelt.

Hypokalzämie

Für jede Muskelkontraktion im Körper wird Calcium benötigt. Kommt es nun rund um die Geburt zu einem Calcium-Mangel und dem Festliegen der Kuh, kann auch der Zitzenschließmuskel nicht mehr ausreichend arbeiten. Mastitiserreger können ungehindert von unten in das Euter eindringen und Mastitis verursachen. Daher gilt es mit einer kationenarmen Trockensteherration (DCAB < 50 mEq/ kg TS) 3 Wochen vor der Abkalbung den Stoffwechsel der Kuh so anzusprechen, dass bei der Geburt ausreichend Calcium mobilisiert werden kann.

Mykotoxine

Mykotoxine sind sekundäre Stoffwechselprodukte von verschiedenen Schimmelpilzarten und teilweise hochgiftig. In unseren Breiten spielen vor allem die Toxine Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEN) eine große Rolle. Sie können zwar teilweise durch die Pansenbakterien entgiftet werden, bei hohen Passageraten (hochverdauliche Rationen) gelangen
diese Toxine jedoch direkt in den Stoffwechsel der Milchkuh. Dadurch wird einerseits das Immunsystem geschwächt, auf der anderen Seite ist eine schlechtere Futterverwertung und folglich eine niedrigere Futteraufnahme zu beobachten. Frisch laktierende Kühe, die nach der Abkalbung ohnehin ein starkes Immunsystem brauchen und außerdem neben hoher Milchleistung noch in die Brunst kommen sollen, sind in der Regel durch Toxinbelastungen am meisten betroffen.

Maßnahmen zur Stärkung der Abwehrkraft

Der gezielte Einsatz von speziellen Wirksubstanzen hat einen direkten, positiven Einfluss auf die Abwehrkräfte der Milchkuh. Gesunde Tiere mit gutem Immunstatus können bestimmte Erreger viel besser bekämpfen und sind auch weniger anfällig gegen sonstige Krankheitserscheinungen.

ANTIOXIDANTIEN

Stressreaktionen lösen eine verstärkte Bildung von freien Radikalen aus, welche zell- und gewebsschädigend sind. Sie wirken sich negativ auf die Gesundheit und damit die Leistungsbereitschaft der Milchkühe aus. Fruchtbarkeitsprobleme, Klauenschäden und auch erhöhte Zellzahlen sind die Folge. Diese freien Radikale können durch Antioxidantien unschädlich gemacht werden. Natürliche Antioxidantien sind zum Beispiel Flavonoide, die in Traubenkernen sehr konzentriert vorkommen. Mit Biomin® AOC (Anti-Oxidativer-
Complex) können Sie auf natürliche Weise die Abwehrkraft der Milchkuh stärken.

Vitamin E

Auch Vitamin E zählt zu den Antioxidantien und ist das wichtigste, fettlösliche Antioxidans der Zelle. Es wirkt direkt in den Zellmembranen und schützt somit auch das Eutergewebe vor schadhaften Einflüssen. Mit Biomin® Vitamin E 500 haben Sie die richtige Lösung um eine gute Vitamin E-Versorgung der Tiere zu gewährleisten! Setzen Sie 50 g pro Kuh pro Tag um die Eutergesundheit zu unterstützen. Vor allem in der Trockenstehzeit, wo sich das Eutergewebe regeneriert, ist Biomin® Vitamin E 500 besonders wirksam. Neben Viamin E ist auch noch das Spurenelement Selen in der hochverfügbaren Form einer Selenhefe enthalten. Selen wird einerseits zur Bildung eines wichtigen Abwehrenzyms, der  Glutathionperoxidase benötigt. Andererseits ist Selen direkt in der Zelle aktiv und sorgt emeinsam mit Vitamin E für gesunde Zellen und Gewebe, u.a. auch Eutergewebe.

 

Organisch gebundene Spurenelemente

Selen, Kupfer und Mangan sind für die körpereigenen Abwehrkräfte essentiell. Sie sind Bestandteil bestimmter Enzyme, beispielsweise der Glutathion-Peroxidase oder der Superoxiddismutase, welche für eine hohe Gesundheit der Milchkühe entscheidend sind. Mittlerweile ist bekannt, dass aber auch Zink unbedingt für die Bildung eines funktionierenden Kerationpfropfens und somit für einen raschen Zitzenverschluss nach dem Melkvorgang notwendig ist. In der Regel werden diese Mikroelemente in anorganischer Form gefüttert und können somit schwer absorbierbare Komplexe mit Antagonisten wie z.B. Eisen bilden. Durch organisch gebundene Spurenelemente werden  diese Wechselwirkungen ausgeschaltet, woraus sich eine höhere Bioverfügbarkeit für die Milchkuh ergibt. Mit Biomin® Organo SP sind Ihre Milchkühe optimal mit allen essentiellen Spurenelementen versorgt!

MYKOTOXINDEAKTIVATOREN

Aufgrund der immer stärker schwankenden Wetterverhältnisse in der Landwirtschaft wird es zunehmend schwierig, hochqualitative Futtermittel zu produzieren. Ein Mykotoxin-Risiko-Management ist in vielen Fällen unverzichtbar. Mycofix® ProFarm 3.E ist in der Lage, mit mehreren Funktionsweisen Myko- und Endotoxine für unsere hochleistenden
Kühe unschädlich zu machen. Durch Adsorption (= Bindung) können im ersten Schritt viele Pilzgifte gebunden werden. Zusätzlich werden ganz spezifisch wirkende Enzyme eingesetzt um über Biotransformation die Toxizität dieser Stoffe zu minimieren. Als dritte Säule enthält Mycofix® ProFarm 3 spezielle pflanzliche Wirksubstanzen, die die Entgiftung im Organismus unterstützen.

ZUSAMMENFASSUNG

Die Eutergesundheit in der Milchviehherde kann neben Managementmaßnahmen auch entscheidend von der Fütterung beeinflusst werden. Hier haben eine angepasste Fütterung der Hochleistungskuh oberste Priorität, um Stoffwechselerkrankungen zu vermeiden. Eben weil diese Erkrankungen direkten oder indirekten, negativen Einfluss auf die Eutergesundheit nehmen können. Das hochwirksame Spezialprodukt Biomin® Vit E 500 enthält neben einem hohen Gehalt an Vitamin E auch das Spurenelement Selen und wird
erfolgreich zur Unterstützung der Eutergesundheit eingesetzt.
Im gesamten BIOMIN – Mineralfutterkonzept für Milchkühe ist Biomin® AOC umgesetzt. Dabei unterstützen natürliche Antioxidantien aus Traubenkernen die Stoffwechselgesundheit und somit die Abwehrbereitschaft der Milchkuh. Auch Mykotoxine können die Eutergesundheit negativ beeinflussen. Hier hat BIOMIN mit Mycofix® ProFarm 3.E eine weltweit führende Produktlösung zum Mykotoxin-Risiko-Management entwickelt.