Pansenazidose: Sauer ist nicht lustig! (SARA)

Hohe Kraftfuttermengen und schlechtes Grundfutter fördern Azidose.

Einerseits spielen hohe Kraftfuttermengen eine große Rolle, anderseits sind es die Grundfutter, die dieses Jahr das Risiko von subakuten Azidosen erhöhen. Noch wissen wir nicht genau welche Inhaltsstoffe Mais- und Grassilage haben werden. Die Trockenmassegehalte werden in vielen Regionen auf alle Fälle höher sein. Inwieweit Zucker und Nitrat noch zusätzlich erhöhte Gehalte aufweisen bleibt abzuwarten. Durch trockenes Grundfutter steigt die Gefahr der Futterselektion aus Mischrationen, daher sollte ein Trockenmassegehalt der Gesamtration von < 44% angestrebt werden. Ansonsten wird Kraftfutter selektiert, der pH-Wert im Pansen fällt unter 6 und die stärke- sowie faserverdauenden Bakterien leiden oder sterben sogar ab (Abbildung 1). 

Kraftfutter erhöhen - wo sind die Grenzen?

Etwa 50 bis 70 % der gesamten Pansenflüssigkeit besteht aus Speichel. Beim Rind beträgt die Speichelproduktion 180 bis 300 l. Über den Speichel werden dem Panseninhalt täglich 3 bis 5 kg Natriumbicarbonat zugeführt. Das bedeutet, eine wiederkäuergerechte Fütterung ist absolut entscheidend. Je trockener die Mischung, desto leichter lässt sie sich selektieren. Im Zweifel kann eine „Kompakt TMR“ gemacht werden.

In vielen Rationen wird es zu einer Erhöhung der Kraftfuttermenge kommen. Achten Sie aber darauf, dass die Ration wiederkäuergerecht bleibt, also ausreichend Faser und Struktur enthält. NDF – Gehalte von 300 g / kg TM sollten bei laktierenden Milchkühen 260 g / kg TM nicht überschritten werden. Wird die Kraftfuttermenge erhöht, achten Sie nach Möglichkeit auf die Verwendung von pansenschonenden Komponenten wie Körnermais und Trockenschnitzel. Der Gehalt an pansenbeständiger Stärke ist hier erhöht, das heißt der Abbau der Kohlenhydrate im Pansen erfolgt langsamer und verursacht je Zeiteinheit eine geringere Anflutung von pH-senkenden, flüchtigen Fettsäuren.

Unsere Lösungen

Wirkungsweise von Stabilomin:

  • Natürliche Lignocellulosen sind eine stabile Rohfaserkomponente, bewirken einen gleichmäßigen Stärkeabbau im Pansen und verhindert somit einen raschen pH-Wert Abfall
  • Der aus kalkhaltigen Meeresalgen hergestellte Puffer Rumen Buf besitzt eine hohe Pufferkapazität und stabilisiert den Pansen pH-Wert dauerhaft
  • Natriumcarbonat und Magnesiumoxid tragen zusätzlich zu einer raschen und effektiven Pufferwirkung bei
  • Der Anti-Oxidative-Complex (AOC) enthält natürliche Antioxidantien, die den oxidativen Stress minimieren und die Abwehrbereitschaft der Tiere unterstützen.

Stabilomin wird bei hohen Kraftfuttermengen und Hitzestresszur Stabilisierung des Pansens bei Milchkühen und Mastrindern verwendet. Als hochwirksamer Pansenpuffer kann das Produkt bei Milchkühen mit 200-250 g pro Tier und Tag, bei Mastbullen 120-150 g pro Tier und Tag eingesetzt werden. Dadurch wird das Risiko für Stoffwechselstörungen
minimiert und die Futterverwertung verbessert.

Wirkungsweise von Levabon® Goldhefe:

  • autolysierte Hefe (Levabon® Rumen E) fördert die Pansenfunktion
  • liefert hochverfügbare Mikronährstoffe und stimuliert das Wachstum von zellulosespaltenden Bakterien und verbessert somit die Ausnutzung der Rohfaser
  • höhere Futteraufnahme stabilisiert den pH-Wert im Pansen, erhöht die Futterverdaulichkeit und verbesserte die Futterverwertung

Es geht nichts über eine wiederkäuergerechte Fütterung!

  • eine hohe Grundfutteraufnahme: 12,5 bis 14 kg TM/Tier und Tag
  • Rohfaserversorgung > 320g strukturierte Rohfaser/100 kg LG
  • Zucker + Stärke max. 25 – 28% im Verhältnis 1:3
  • Zu kurze Rationskomponenten bzw. nasse Silagen durch mehr Struktur ausgleichen
  • Weidegang: Kraftfuttergaben begrenzen
  • Anbindung: Kraftfutter auf mehrere Gaben verteilen (mind. 3 bis 5 Mal tägl.)
  • Silagen hoher Qualität einsetzen
  • langsame Anfütterung vor und nach der Kalbung mit Kraftfutter
  • aus der Ration darf nicht selektiert werden können (Stroh maximal halbe Maulbreite)
  • alle 2 Stunden Futter nachschieben