Verborgene Reserven erkennen: Ruhige Bullen mit hoher Leistung

Hohe Zunahmen von mehr als 1300g täglich können nur im Liegen erreicht werden. Unnötige Aufregung und Unruhe sollten stets vermieden werden.

Warum sollte der Wiederkäuer Liegen und wie erreiche ich das?

Für den tierischen Organismus ist das Liegen die Basis für das Erbringen von Leistung. Die tägliche Liegezeit beträgt ca. 12 bis 15 Stunden und die Tiefschlafphase ungefähr 30 Minuten. Das heißt, der Bulle benötigt diese Phase dringend für den Leistungsansatz. Das Wohlbefinden - damit sich der Bulle hinlegt und nach ca. einer bis 1,5 Stunden aufsteht, um zu Fressen – ist durch einen hohen Komfort zu gewährleisten. Das bedeutet, dass die Buchten nicht zu voll belegt werden dürfen. Auch der Bodenbelag ist zu überdenken: auf die Hälfte der Fläche sollte lieber Gummimatten gelegt werden.

Elementare Dinge beachten

Das Allerwichtigste für einen gesunden und ruhigen Bestand ist es, die elementaren Dinge zu gewährleisten. Das unterstrich auch Herr Alfons Baumeister vom Haus Düsse in seinem Vortrag. Zum Beispiel sind Luft und Licht die wichtigsten Grundlagen, die vorhanden sein müssen und nichts extra kosten. Früher wurde alles geschlossen gehalten, da man annahm dass die Tiere dann ruhiger sind. Heute weiß man, dass die Tiere sich an die äußeren Einflüsse gewöhnen. Fenster und Türen gehören bei schönem Wetter auf. In Altgebäuden, vor allem in den Wintermonaten, kann auch mal länger das Licht angelassen werden. Wasser als weitere wichtige Grundlage sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Es sollten am besten 2 Tränken pro Bucht angebracht sein, mit einem Durchfluss von 3 bis 4 Liter pro Minute, nehmen die Tiere 10 bis 50 Liter am Tag auf. Eine Nippel- und eine Schalentränke wären ideal, damit jede Vorliebe abgedeckt wird.

     

Fütterung

Den Rest des Tages haben die Tiere 8 bis 12 Stunden Zeit zu fressen. Daher muss unbedingt auf eine regelmäßige Futtervorlage geachtet werden. Bullen sind Gewohnheitstiere. Wenn abends die meiste Menge gefüttert wird, haben die Tiere in der Nacht mehr Zeit das Futter zu erreichen. 3- bis 5-mal sollte am Tag das Futter nachgeschoben werden. Es stimuliert die Tiere immer wieder aufzustehen und zum Futter zu laufen. 

Die rangniedrigeren Bullen haben dann auch immer die Chance gutes Futter zu bekommen. Die Futterkonsistenz und der Trockenmassegehalt sind extrem wichtig, um der Selektion vorzubeugen und fördern die Futteraufnahme. Die Teilmischration sollte einen TS-Gehalt von 43% nicht überschreiten und keine pelletierten Komponenten enthalten. Lochfrass ist ein
auffallendes Zeichen für das Wühlen in der Ration. Für eine genaue Fütterung bei einer hohen Futteraufnahme, ist eine Ladeliste und ein Futterprotokoll (nach Tierzahl) sehr hilfreich. Ein Trogrest von 1 bis 3 % muss angestrebt werden, d.h. maximal eine Stunde am Tag darf der Trog leer sein. Die Phasenfütterung ist auch eine gute Maßnahme die Leistung zu steigern und die Tiere bedarfsgerecht und ökonomisch sinnvoll zu versorgen.

Da die Kraftfutterqualität einen starken Einfluss auf die Futtereffizienz hat, ist unbedingt darauf zu achten nur hochwertige Komponenten einzusetzen. Der Wiederkäuer verdrängt zum einen durch eine zu hohe Kraftfuttergabe die Grundfutteraufnahme. Zweitens sinkt bei minderwertigen Futterkomponenten (z.B. Kleie o.ä.) die Futtereffizienz. Das führt zu einer höheren Futtereinsatzmenge bei geringeren Zunahmen. Durch zu wenig Struktur in der Ration und/ oder zu viel schnelle Stärke durch hohe Kraftfuttermengen, kann schnell eine subklinische Pansenacidose (SARA) entstehen. Eine Acidose erkennt man an einer geringeren Futteraufnahme und wechselhafter Kotkonsistenz. Die Tiere weisen ein struppiges Haarkleid auf und magern eventuell ab. Lahmheiten treten erst zeitverzögert (6 bis 8 Wochen) auf und zeigen sich oft als Sohlengeschwüre.

Durch Zusätze, wie Hefen (Goldhefe®, Levabon®) oder chemische Puffer (Natriumcarbonat, -oder bicarbonat) kann der pH-Wert im Pansen positiv beeinflusst und damit die Futteraufnahme, vor allem des Grundfutters, wieder gesteigert werden. Auch phytogene Zusatzstoffe können ergänzend über das Mineralfutter eingesetzt werden. Digestarom® bringt folgende Vorteile:

  • standardisierte Mischung aus ätherischen Ölen, Kräutern, Gewürzen und anderen Pflanzenextrakten
  • stimuliert die Futteraufnahme
  • unterstützt die Verdauung
  • verbessert die Futterverwertung
  • höhere Tageszunahmen und ruhigere Bullen

Die Mineralstoffe, die ein Bulle benötigt (Calcium, Magnesium, Natrium z.B.), sind sehr wichtig für seine Ausgeglichenheit. Möchte man angepasst füttern, ist es ratsam das Grundfutter auf Mineralien untersuchen zu lassen. Besonders wichtig für die Zunahmen der Bullen ist das Spurenelement Kobalt. Es ist essentiell für die mikrobielle Synthese von Vitamin B12 (Cobalamin). Der Zielgehalt für Kobalt sollte 0,3 mg/kg TM betragen. Ein einwandfreies Grund- und Kraftfutter, in angepasster Menge, macht den Bullen ruhig. Allerdings treten inzwischen Witterungsbedingt immer häufiger Mykotoxine auf. Durch pflanzenbauliche Maßnahmen und eine gute Futterkonservierung können Mykotoxine reduziert werden. Im Verdachtsfall sollten die Futtermittel regelmäßig kontrolliert werden, da sich Mykotoxine ganz unterschiedlich auswirken können. Um Problemen durch Mykotoxine vorzubeugen, empfiehlt sich der Einsatz von „Mykotoxin-Deaktivatoren“ (Mycofix®) im Futter. Mycofix® bindet Endotoxine sowie bindbare Mykotoxine und schützt sehr wirkungsvoll.

Fazit

Die aufmerksame Tierbeobachtung ist das wichtigste Kriterium, um möglichst schnell Probleme zu erkennen und zu lösen. Bei Fragen zur Fütterung oder der Produktlinie im Bullenbereich stehen Ihnen unsere Fachberater gerne zur Seite.