Wie die Trockenheit der Tierproduktion schadet

Der 2. Sommer in Folge zeigte eine deutliche Wärme- und Trockenheitsanomalie. Ende März dieses Jahres wurde schon eine positive Abweichung der Temperatur vom langjährigem Mittel vorausberechnet. Dies bewahrheitete sich im Sommer 2019, wobei zu den höheren Temperaturen auch noch ungewöhnlich lange Trockenperioden kamen.

So zeigten die Böden Ende Juni, in Bereich Oberboden (bis 25 cm) keine bis „ungewöhnliche“ Trockenheit. Doch in den darunterliegenden Bodenschichten,  bis 1,8 m wurden im Bereich Schleswig-Holstein eine „ungewöhnliche“ Trockenheit bis „moderate“ Dürre ermittelt. Anders das Bild in den neuen Bundesländern. Dort wurde in diesen Bodenschichten schon Ende Juni „extreme“ bis „außergewöhnliche“ Dürre vermeldet (Abbildung 1: Auswirkung der trockenen Temperaturen auf die Bodenschichten in Deutschland).

Quelle: Bild: Helmholtz – Zentrum für Umweltforschung UFZ, wetter.de

Minderernten, Ernteausfälle, sowie die Schwächung der Pflanzen sind die Folgen. Daraus folgen die Risiken für Tierproduktion:

  • Nicht genügend betriebseigene Futtermittel
  • keine optimale Futtermittelqualität
  • Gefahren durch Mykotoxine

Die ersten beiden Punkte können und werden gut quantifiziert. Bei dem Punkt Mykotoxine wird eine Bewertung leider meistens nur ungenügend durchgeführt. Die Reihe der bekannten Mykotoxine wird jedes Jahr länger und länger. Der Biochemiker Frank Ellner(1) von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft sieht darin…
"… ein Signal dafür, dass man Untersuchungen nicht nur auf bestimmte - zwei oder drei typische Toxine fokussieren soll, …. sondern ein breites Spektrum untersucht werden soll, wenn man die Belastung wirklich nachweisen will."
In der Praxis heißt dies: eine einfache Analyse auf DON/ZEN reicht nicht aus! Das gesamte Gefahrenpotential kann nur eine umfassende Analyse aufzuzeigen. Nehmen wir als Beispiel die Gruppe der B-Trichothecene. Das bekannteste Toxin dieser Gruppe ist das DON. Auf dieses Toxin wird, in der Praxis, noch relativ häufig analysiert. Dies meist im ELISA – erfahren. Wir suchen nach einem Toxin und erhalten die Antwort:

  • Dieses eine Toxin ist nicht vorhandenoder ODER
  • Dieses eine Toxin ist in der Menge XXX vorhanden

Ergebnisse, aus der Ernte 2018 zeigten zum Beispiel beim Mais, dass die Belastung durch DON nur zwischen 30% bis 70% der gesamten Belastung durch die B-Trichothecene ausmacht. Andersrum wurde zwischen 30 % und 70 % der Gefahr nicht abgebildet und blieb im Dunkeln!! Dazu kommen die maskierten (glykosidisch gebundene Mykotoxine), die in den normalen Methoden wie ELISA und HPLC nicht detektiert werden können. BIOMIN bietet im Bereich der Mykotoxinanalytik einen umfangreichen Service. Mit der Spectrum  380® Analyse können über 700 verschiedene Toxine detektiert werden. Somit wird das ganze Bild der möglichen Belastung gezeigt!

Erste Ergebnisse der Getreideernte 2019

Die bisherigen Ergebnisse der Getreideernte 2019 zeigen, dass je nach Region mit teilweise sehr hohen Mykotoxin-Kontaminationen zu rechnen ist. Dass eine Einschätzung nicht von einem Einzelergebnis abhängig gemacht werden sollte, zeigt die Abbildung 2 (2,3; erste Ergebnisse der Getreideernte in Süddeutschland) deutlich! 42 % der Anlaysen zeigten keine Auffälligkeit in Bezug auf DON und ZEN, aber in 58 % waren diese beiden Mykotoxine vorhanden. Gerade in Bezug auf DON sehen wir hier sehr hohe Maximumwerte und einen sehr hohen Median. Dies lässt auf eine erhöhte Grundbelastung schließen. Rechnet man beim DON noch die o.g. Prozente der nicht analysierten Toxine der Gruppe der B-Trichothecene hinzu, kommen wir auf eine gesamte Belastung von zwischen 637 ppb und 833 ppb B-Trichothecene im Median!
Gleichfalls sollte berücksichtigt werden, dass nach Auffassung der Tierärzte die Schwelle für die negative Beeinträchtigung der Tiere durch DON schon bei 1/10 des Orientierungswertes von 1.000 ppb beginnt. 100 ppb DON reichen aus, um entzündliche Prozesse im Darm in Gang zu setzen. Dies hat Frau Prof. Fink-Gremmels auf der AVA Tagung in Göttingen deutlich hervorgehoben. Durch eine geschädigte Darmbarriere können Mykotoxine, Bakterien (Salmonellen, E.Coli etc.), sowie Endotoxine in die Blutbahn gelangen und Entzündungsreaktionen hervorrufen.

Fazit

Durch den Klimawandel ist ein Umdenken erforderlich. Ein umfassendes Management des Ernteguts ist notwendig! Es beginnt mit einer ausreichenden Konservierung bei der Einlagerung des Erntegutes. Bei der Erstellung von Silagen ist ein besonderes Augenmerk auf die Verdichtung, durch die schwankenden TS-Gehalte, zu legen. Siliermittel, sollte als
Versicherung gegen den bakteriellen Verderb eingesetzt werden. Analytik der Futtermittel auf Nährstoffe und Belastungen wie Hefen, Bakterien und Mykotoxine sollten zur Routine gehören. Gleiches gilt für den Einsatz von Mykotoxinbindern/-deaktivatoren. 
Eine Mykotoxinbelastung stellt ein Gesundheitsrisiko für die Tiere da. Daher empfiehlt es sich immer, präventiv ein Mykotoxin-Risiko-Management zu betreiben, um eine gesunde Entwicklung und die Leistungsfähigkeit der Tiere zu gewährleisten. Das Mycofix® ProFarm 3.E für den Einsatz bei Wiederkäuern und das Mycofix® ProFarm 5.E für den Einsatz bei Schweinen bieten einen umfassenden Schutz. Ein geeignetes Mykotoxin-Risiko-Management kann entscheidend dazu beitragen, unter den herrschenden Produktionsbedingungen konkurrenzfähig zu bleiben. 

Die Fütterungskonzepte von BIOMIN Deutschland GmbH berücksichtigen diese Faktoren. Dadurch wird eine optimale Ausnutzung der zugeführten Futtermittel, ein präventiver Schutz der Tiere und eine geringere Anzahl von Behandlungen erreicht = eine ökonomische und zeitgerechte Produktion!

 

Quellen: 

(1) Volker Mrasek – Deutschlandfunk 20.05.2003
(2) Beratungsdienst Schweinehaltung e.V. 30.09.2019
(3) BIOMIN 27.09.2019
Abbildung 1: Helmholtz – Zentrum für Umweltforschung UFZ, wetter.de